Trionfante Musica 2
25. Internationale Theaterhaus Jazztage 2011

CHRISTIAN ZEHNDER QUARTETT Schmelz

Vokalist, Stimmkünstler, Jodler oder Obertonsänger? Dies alles mag auf Christian Zehnder zutreffen. Und doch lässt sich der eigenwillige Schweizer Musiker, welcher mit dem legendären Duo Stimmhorn die alpine Musik neu aufgemischt hat, in seiner Vielfalt nicht einordnen. Dies hat sich auch mit seinem neuen Quartett und dem aktuellen Programm Schmelz nicht geändert.

Schmelz ist moderne Kammermusik auf der einen und hintersinniges Varieté auf der anderen Seite. Alpentöne treffen auf eine Prise Balkan, mittelalterlich Anmutendes auf Klänge, die man in der afrikanischen Tradition vermutet. So entsteht eine eigenständige musikalische Welt, die – obwohl mitten aus Europa kommend – ungewohnter, ja: exotischer erscheint als vieles, was die Ferne zu bieten hat.

Christian Zehnder (voc) Barbara Schirmer (Hackbrett) Thomas Weiss (dr) Michael Pfeuti (b)

KLAUS PAIER TRIO Dragonfly

Dragonfly – das englische Wort für Libelle. Die ist bekanntlich die beste Fliegerin im Tierreich, weil sie nicht nur schnell und geschickt ist, sondern nahezu unvermittelt die Richtung ändern und sogar rückwärts fliegen kann. Ein passender Name für das Titelstück, wie auch die neue CD des Klaus Paier Trios: Ist doch auch Paier auf dem Akkordeon und Bandoneon nicht nur unglaublich virtuos und technisch brillant, er kann ebenfalls so unvermittelt die musikalische Richtung ändern wie kaum ein anderer seines Fachs.

Die Besetzung Akkordeon/Bandoneon/Bass/Schlagzeug ist eine eher selten anzutreffende Kombination von Instrumenten. Um so höher müssen Erfolg und Sympathie gewertet werden, mit dem Klaus Paier, Stefan Gfrerrer und Roman Werni seit vielen Jahren weltweit gefeiert werden. Ob in Paris, Stockholm, Warschau oder Israel, in den fast immer ausverkauften Konzerthallen und Jazz-Clubs reagiert das Publikum begeistert, lobt die Kritik die überragende Musikalität des Ensembles.

Klaus Paier (acc, bandoneon) Roman Werni (dr, perc) Stefan Gfrerrer (b)  

 

RADIO.STRING.QUARTET.VIENNA Radiowaves

Der Bogen ist weit gespannt: Von ‚Dream‘, einer Jazz-Rock-Komposition des Mahavishnu Orchestra, bis zum ‚Liebestraum‘ von Franz Liszt. Dazwischen spielt das radio.string.quartet.vienna eigene Werke oder huldigt auf seine Weise dem großen, gebürtigen Wiener Joe Zawinul. Insbesondere die Begeisterung für die Fusion Music der 70er ist unüberhörbar. Und sie verhalf dem Quartett vor vier Jahren mit dem Album ‚Celebrating the Mahavishnu Orchestra‘ zu einem sensationellen Debüt. Beim Folge-Album ‚Radiotree‘ wurden die Jazz-Farben kräftiger aufgetragen und Volksmusik-Elemente integriert. Dass man auch klassischen Love-Songs neue intime Töne und Stimmungen entlocken kann, wurde schließlich im gemeinsamen Projekt mit der schwedischen Sängerin Rigmor Gustafsson eindrucksvoll bewiesen. Mit dem aktuellen Programm ‚Radiowaves‘ präsentiert das radio.string.quartet.vienna einen Querschnitt aus seiner bisherigen Arbeit, aber auch erste Kostproben des nächsten Albums. Es wird ‚Radiodream‘ heißen und im Herbst 2011 erscheinen. Der bittersüße Gesang einer Billy Holiday oder eine Rock-Ballade der Band Radiohead dienen hier u.a. als Material für eine imaginäre Reise durch die Nacht, bei der sich die Quartett-Mitglieder auch als Komponisten stärker denn je einbringen. Uwe Killing


Asja Valcic (vc) Igmar Jenner (v) Cynthia Liao (viola) Bernie Mallinger (v)