Eine Reise ins Innere des Jazz
25. Internationale Theaterhaus Jazztage 2011

NILS WOGRAM ROOT 70 Listen to your woman

Zwölf Takte, drei Harmonien: der Blues, Ursuppe aller populären Musik und weitaus mehr als der kleinste gemeinsame Nenner für das Ensemblespiel. Nils Wogram, Hayden Chisholm, Matt Penman und Jochen Rückert haben die Grundstruktur des Blues wie Rubicks Würfel in alle erdenklichen Richtungen verdreht – hier eine metrische Eskapade des Rhythmusduos, da eine Obertoneinlage oder eine Melodica als Reggaegeschmacksträger, dort eine sich zum logischen Ganzen zusammenfügende Abfolge dissonanter Intervalle zwischen Wograms Posaune und Chisholms Sax. Das alles entwickelte sich im alten Berliner DDR-Funkhaus mit der entspannten Leichtigkeit eines optimal aufeinander eingestellten Quartetts – kein Wunder, dass die meisten der zwischen Dixieland, Freeswing und Neobop changierenden Kompositionen in der Ersteinspielung auf dem Album landeten.

Nils Wogram (tb) Jochen Rückert (dr) Hayden Chisholm (sax, b) Matt Penman (b)


CÉLINE BONACINA TRIO feat. Nguyên Lê 
Way of Life


In den Liner Notes zum Album schreibt Nguyên Lê: „Way of Life ist ein leuchtender Pfad, auf dem sich Gegensätze und Extreme scheinbar mühelos und natürlich miteinander verbinden: Starke Melodien wechseln sich ab mit wilden, kreischenden Ausbrüchen und tiefer, erdiger Verzerrung. Aufgewühlte Unruhe chargiert mit treibenden Rhythmen.“

Studiert hat Céline Bonacina in Belfort, Besançon und Paris. Schon früh gewann sie zahlreiche Preise für klassisches Saxophon. In Pariser Big Bands sammelte sie erste wichtige Erfahrungen im Jazz. Sie spielte mit Künstlern wie dem kubanischen Pianisten Omar Sosa und dem Saxophonisten Andy Sheppard.


Starke musikalische Charaktere komplementieren Céline Bonacinas Trio: Der aus Madagaskar stammende Schlagzeuger Hary Ratsimbazafy liefert einen unwiderstehlichen Puls, mal elegant, mal kraftvoll. Dieser verbindet sich nahtlos mit dem E-Bass von Kévin Reveyrand, der der Musik einen Touch von klassischem Rock und Fusion verleiht. Verstärkt wird das Power-Trio durch Nguyên Lê an der E-Gitarre, der sich hier wieder von seiner kraftvollen Seite zeigt, aber zugleich immer wieder feine und
unerwartete, schillernde Nuancen in die Musik einbringt.



DJANGO BATES TRIO Beloved Bird

„Im Prinzip habe ich schon seit meiner Kindheit die Musik von Charlie Parker gehört. Ich wusste, daß das gute Musik ist, so wie eben Essen gut ist. 2005 begann ich dann Kompositionen zu arrangieren, die ich am meisten mit Parker assoziierte. Meiner Meinung nach macht es erst Sinn mit einem Programm aufzutreten, wenn man etwas zu sagen hat. Jetzt ist es Zeit, etwas Besonderes zu sagen: Bird Lives!“

Die italienische Presse nennt ihn den ‚Monty Python des Jazz‘, französische Journalisten rühmen seine überbordende Vorstellungskraft und die Dänen zeichneten ihn 1997 mit dem Jazzpar Prize, dem so genannten „Nobel Preis des Jazz“ aus. Django Bates, ein Virtuose sowohl am Piano als auch am Althorn und geschätzt für seinen gleichermaßen schrägen wie geistreichen Humor, überrascht immer wieder durch die Vielzahl seiner internationalen Projekte.

Django Bates (p) Petter Eldh (b) Peter Bruun, (dr)