GAUTHIER DANCE - Five and More

Bereits im Jahr 2012 startete eine Kooperation der Kulturgemeinschaft mit Gauthier Dance und dem Theaterhaus. Diese wird nun weitergeführt mit dem Titel „Five and More". Hinter diesem Titel verstecken sich nicht nur die fünf neuen Stücke aus dem Programm „Future 6", die allesamt Uraufführung am Theaterhaus im Januar 2013 hatten und das Stück „Bolero" von Stephan Thoss. Das Wort „more" ist in diesem Kontext durchaus im Plural zu verstehen. Denn das Publikum der Kulturgemeinschaft erwartet zudem noch eine exklusive Uraufführung von Eric Gauthier, dem Leiter der Theaterhaus-Tanzcompany „Gauthier Dance", speziell kreiert für das Publikum der Kulturgemeinschaft.

Five and More

Eine Produktion von Theaterhaus Stuttgart in Kooperation mit der Schauburg München

Mit Choreographien von Jirí Bubenícek, Itzik Galili, Eric Gauthier, Marco Goecke, Cayetano Soto und Stephan Thoss

Künstlerische Leitung / Choreograph: Eric Gauthier

Company Coach: Egon Madsen

Ballettmeister: Renato Arismendi

Künstlerische Leitung Bühne und Kostüme: Gudrun Schretzmeier

Licht und technische Koordination: Mario Daszenies

Tanz: Elisenda Cladellas Parellada, Anneleen Dedroog, Katharina Diedrich, Eric Gauthier, Miriam Gronwald, Rosario Guerra, Anna Süheyla Harms, Florian Lochner, William Moragas, Sebastian Kloborg, Maria Prat Balasch, David Stiven Valencia Martinez, Tars Vandebeek

Einen Blick nach vorn wirft Gauthier Dance mit der neuen Produktion Future 6. Denn Eric Gauthier ist davon überzeugt: Diese Choreographen stellen schon heute die Weichen für den Tanz von morgen. Dass sich unter den sechs Stücken gleich fünf Uraufführungen befinden, unterstreicht die Verbundenheit der internationalen Tanzszene mit der Theaterhaus-Company.

Cayetano Soto tanzte beim ballettTheater München, bevor er seine steile Karriere als Choreograph begann. Seine stilistische Bandbreite beeindruckt ebenso wie seine ausgefallenen Ideen. Für das Königliche Ballett Flandern erzählte er in M/C von der Freundschaft zwischen Marilyn Monroe und dem Schriftsteller Truman Capote, und in seinem Sensationserfolg Canela Fina ließ er das Balé da Cidade de São Paulo inmitten köstlich duftender Zimtwolken tanzen. Soto haben es vor allem die Suchenden angetan - Menschen und Künstler, die nicht ins Konzept passen. So wie La Lupe, die Queen of Latin Soul, die er schon als Jugendlicher bewunderte und die ihn nun zu seiner choreographischen Hommage Malasangre inspiriert hat. Malasangre, der spanische Ausdruck für boshaft oder gekränkt, ist dabei nicht die kubanische Sängerin, sondern die pauschale, gedankenlose Ablehnung, auf die sie so oft stieß. Ihr wildes, verrücktes und in den konservativen frühen 60-er Jahren unglaublich provokantes Leben endete 1992 in bitterer Armut. Ihre großartige Musik wird bleiben.

Kubanisches gibt es auch bei dem neuen Duo von Itzik Galili zu hören. Während einer Reise in den karibischen Inselstaat entdeckte der israelische Choreograph mit Wohnsitz in den Niederlanden die Musik des „King of Mambo", Pérez Prado, für sich. Für Future 6 hat er sich Cherry Pink and Apple Blossom White vorgenommen, einen ursprünglich französischen Klassiker des Latin Jazz, der in der Instrumentalversion Prados und des Trompeters Billy Regis um die Welt ging. Ein ultimatives Wohlfühl- und Gute-Laune-Stück, luftig und leicht in Szene gesetzt von einem der profiliertesten zeitgenössischen Choreographen, der mit seiner akrobatischen Hetero-Homo-Miniaturkomödie The Sofa bereits für einen der größten Publikumserfolge von Gauthier Dance sorgte.

13 Jahre gehörten er und sein Zwillingsbruder Otto zu den Startänzern von John Neumeiers Hamburg Ballett. Dann brach Prix Benois de la Danse-Preisträger Jirí Bubenícek zu neuen Ufern auf. Seit 2006 ist er nicht nur Erster Solist am Ballett der Dresdner Semperoper, sondern hat sich auch als Choreograph einen Namen gemacht. Unter seinen Auftraggebern rangieren so prestigeträchtige Companies wie das New York City Ballet, das Zürcher Ballett, das National Ballet China und seine ehemalige Truppe, das Hamburg Ballett. Für Gauthier Dance will er das existentiellste und zugleich rätselhafteste menschliche Gefühl ergründen: die Liebe. Was ist echt an der Liebe - was dagegen Abbild gesellschaftlicher Erwartungen, eine medial erzeugte romantische Illusion? Bubeníčeks choreographische Erkundung führt drei Tänzer und eine Tänzerin mitten hinein in den Traum-Raum der menschlichen Seele.

Nach innen geht es diesmal auch im neuen Werk von Company-Chef Eric Gauthier. Der Sound, den er für sein kurzes Trio Taiko verwendete, lässt ihn ganz offensichtlich nicht los. Und so hat er sich erneut mit dem Komponisten Stephan M. Boehme zusammengetan, um den Pulsschlag der mächtigen japanischen Schlaginstrumente in Bewegung zu übersetzen. Das Klangerlebnis dürfte diesmal noch überwältigender werden. Denn die neun Tänzer erzeugen die Musik nun vorwiegend selbst: live auf großen Taiko-Trommeln. Für seine Geschichte von der befreienden Suche nach der eigenen Mitte findet Gauthier überraschende, poetische Bilder. Was die Tänzer am Ende von Takuto (japanisch für Takt) erreichen, wünscht Eric Gauthier auch seinen Zuschauern: dass sie in Verbindung treten zu ihrem persönlichen inneren Rhythmus.

Sie kennen sich noch von ihrer gemeinsamen Zeit am Stuttgarter Ballett. Nun wird Marco Goecke erstmals ein Solo für den Tänzer Eric Gauthier kreieren. Über die Zusammenarbeit freut sich Gauthier sehr, nicht nur wegen der alten Verbundenheit. Denn der Hauschoreograph des Stuttgarter Balletts, Choreographer in Residence des Scapino Ballet Rotterdam und künftiger Associate Choreographer des Nederlands Dans Theater zählt zu den wichtigsten Schrittmachern des zeitgenössischen Tanzes. I Found a Fox heißt sein Stück für Gauthier Dance - ein Zitat aus Kate Bushs legendärem Song Hounds of Love und ein Hinweis auf die musikalische Vorlage für diese neue Arbeit des Prix Nijinsky-Preisträgers. Denn die ausgewählten Titel stammen aus ihrem bahnbrechenden Album The Dreaming von 1982. Ein früher Meilenstein im eigenwilligen Lebens-Gesamtkunstwerk von Kate Bush, der Goecke schon lange seine choreographische Reverenz erweisen wollte.

Musik Hören hält bekanntlich jung. Aber was ist, wenn man so alt ist, dass es fürs Jungsein eigentlich zu spät scheint? Stephan Thoss, FAUST-Preisträger und multipel ausgezeichneter Ballettdirektor am Hessischen Staatstheater, weiß die Antwort: einfach trotzdem machen. Seine wunderbar komische, anarchische Versuchsanordnung konfrontiert ein gesetztes Kränzchen aus sechs alten Damen mit Ravels Bolero. Einem Stück, das schon unzählige Male vertanzt wurde, in der Regel ohne an schwülstiger Erotik.

A production of Theaterhaus Stuttgart in cooperation with Schauburg Munich
With choreographies by Jirí Bubenícek, Itzik Galili, Eric Gauthier, Marco Goecke, Cayetano Soto and Stephan Thoss

Artistic Director / Choreographer: Eric Gauthier
Company Coach: Egon Madsen
Ballet Master: Renato Arismendi
Artistic Direction Set & Costume Design: Gudrun Schretzmeier
Lighting Design and Technical Co-ordination: Mario Daszenies
Dancers: Elisenda Cladellas Parellada, Anneleen Dedroog, Katharina Diedrich, Eric Gauthier, Miriam Gronwald, Rosario Guerra, Anna Süheyla Harms, Florian Lochner, William Moragas, Sebastian Kloborg, Maria Prat Balasch, David Stiven Valencia Martinez, Tars Vandebeek

Looking ahead: The future of dance is shaped today – by choreographers like the ones Eric Gauthier has brought together for his new programme. The fact that five of the six pieces are world premières shows the close links between the international dance scene and the Dance Company Theaterhaus Stuttgart.

Cayetano Soto was a dancer with the ballettTheater Munich before he embarked on a high-profile career as a choreographer. His stilistic diversity impresses as much as his unusual ideas. In M/C for the Royal Ballet of Flanders he told of the friendship between Marilyn Monroe and the writer Truman Capote, and in his sensationally successful Canela Fina he had the Balé da Cidade de São Paulo dance amidst fragrant clouds of cinnamon. In his work, Soto feels drawn towards the seekers – people and artists who do not fit into our concepts. Just like La Lupe, the Queen of Latin Soul, he has admired since his youth and who has now inspired him to his choreographic tribute Malasangre. To be sure, it is not the Cuban singer he associates with the Spanish word for vicious or bad temper. It is the wholesale, thoughtless rejection she constantly met with. Her wild, crazy and, by the standards of the puritan early sixties, incredibly offensive life ended in 1992, in extreme poverty. Her music is there to stay.

The new duo by Itzik Galili also comes with a distinctly Cuban touch. During a journey to the Caribbean island state, the Israeli choreographer residing in the Netherlands fell in love with the music of the „King of Mambo, Pérez Prado. For Future 6, he chose Cherry Pink and Apple Blossom White, an originally French classic of Latin Jazz which went around the world in the instrumental version by Prado and the trumpeter Billy Regis. An ultimate feel-good piece and mood booster, presented by one of today`s leading choreographers who also created one of the big audience favourites of Gauthier Dance – the acrobatic homo-hetero comedy The Sofa.

For 13 years, he and his twin brother Otto were the star dancers of John Neumeier`s famous Hamburg Ballet. However, in 2006, Prix Benois de la Danse award winner Jirí Bubenícek decided to move on to pastures new. He did not only become First Soloist with the Semperoper Ballett Dresden but has also made his mark as choreographer with prestigious companies like the New York City Ballet, Ballet Zurich, the National Ballet China as well as his former company, the Hamburg Ballet. For Gauthier Dance Bubenícek will push the door wide open and explore the nocturnal realm of the subconscious. One female and three male dancers will set out on the magical journey to the The Bridal Chamber. A surreal dream space where the boundaries between sleeping and being awake dissolve, where everything seems possible and nothing is what it seems – a trip deep down into your inner soul.

His lasting fascination with the sound he used for his short trio Taiko has made Eric Gauthier team up with composer Stephan M. Boehme once again. What is more, the new acoustic encounter is set to become even more impressive as, this time, the nine dancers create the music themselves: live, on big taiko drums. Still bent on fusing the beats of the mighty Japanese percussion instruments with movement, Gauthier is also heading towards an inner space. Full of haunting, poetic images, Takuto (the Japanese word for „beat“) sends them on a liberating quest for the centre within. The Artistic Director of Gauthier Dance would like his audience to share the experience his dancers achieve in the end: to get in touch with their own personal rhythm.

They were colleagues in Gauthier`s last season with the Stuttgart Ballet – but this is the first time Marco Goecke actually creates a solo for him. Gauthier is delighted at the collaboration, not only for the sake of old ties. The Choreographer in Residence of the Stuttgart Ballett and the Scapino Ballet Rotterdam and, from next season, Associate Choreographer of the Nederlands Dans Theater ranks among the prime movers of contemporary dance. I Found a Fox is the title of his new piece for Gauthier Dance – a line from Kate Bush`s iconic Hounds of Love and a clue to Goecke`s inspiration. For his new choreography, the Prix Nijinsky award winner has chosen songs from Bush`s legendary album The Dreaming of 1982. An early milestone in the unconventional art-life synthesis Kate Bush – a musician to whom Goecke has long wanted to pay a personal choreographic tribute.

Listening to music is known to keep you young. But what if you are so old that it seems too late for being young in the first place? Stephan Thoss, the Artistic Director of the Hessian State Theatre of Wiesbaden and multiple award winner, knows the answer: do it anyway. In his hilarious thought experiment, a civilised tea party of six old ladies is faced with Ravel`s Bolero – a piece which has been danced countless times, usually coming with a large dose of overblown eroticism. With Thoss, everything is different. It does not take more than a plate of petit-four and a record of the all-time classic to gradually unleash the sedate circle. In the end, the old-fashioned living room with the worn-out furniture is filled with chaos – and the message is obvious: It is never too late for the birth of movement from the spirit of music. Just have the courage to live your life.

 

Weitere Informationen
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