eva baumann tanz/ produktionen: solitaire - ein Solo über das Solo
Stuttgarter Tanz- und Theaterpreis 2013

Eva Baumann beschäftigt sich schon seit einigen Jahren mit dem Tanzsolo als besonderes künstlerisches Ausdrucksmittel. Sie agiert in ihren Arbeiten sowohl als Choreografin als auch als Tänzerin. Ist sie in dieser Doppelrolle eine
choreografierende Tänzerin oder eine tanzende Choreografin?
Ausgehend von der Frage was dieses Format so besonders macht und wie man den Zuschauer für die komplexen Vorgänge beim Zustandekommen einer Choreografie sensibilisieren kann enstand die Stückidee zu solitaire.

Eva Baumann widmet sich in solitaire dem Entstehungsprozess einer Solo-Choreografie und präsentiert ihn in der Art eines "Making of". Die Atmosphäre des Probenortes, dem Produktionszentrum Tanz und Performance Stuttgart, wird in adaptierter Form auf die Bühne des Theaterhauses übertragen. In Tanzfragmenten zeigt sie Ansätze zu einer möglichen choreografischen Umsetzung. Projizierte Videoeinspielungen zeigen Ausschnitte aus dem Probenprozess und reflektieren die Gedankengänge und Inspirationsquellen der Choreografin.
Im weiteren Fokus der Arbeit liegt das Einbeziehen ihrer eigenen Tänzerbiografie. Die jahrelange Berufspraxis hat bestimmte Bewegungsmuster in den Körper eingeschrieben, die einer Untersuchung verschiedener Tanzästhetiken unterzogen werden. Der Spitzenschuh dient dabei als Instrument um dies zu veranschaulichen.

Mitwirkende

Eva Baumann (Choreografie, Tanz, Video und Videobearbeitung) ist in Stuttgart aufgewachsen und studierte nach dem Abitur Klassischen und Zeitgenössischen Tanz an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main und Choreografie an der Rotterdamse Dansacademie. Fast zehn Jahre lebte sie in den Niederlanden und arbeitete dort sowie in benachbarten europäischen Ländern mit internationalen Choreografen. Sie gastierte europaweit auf verschiedenen Festivals (u. a. ImpulsTanz Wien, Rencontres Choréografique St. Seine Denis). Ihre eigenen Produktionen zeigte sie in den Niederlanden, Belgien, Litauen und Deutschland. 2003 erhielt sie einen Produktionspreis des Niederländischen Prins Bernhard Cultuurfonds, 2008 war sie Stipendiatin der Kunststiftung Baden-Württemberg. Seit 2010 lebt sie wieder in Deutschland. solitaire ist ihre erste Stuttgarter Produktion. 

Evelien van den Broek (Musik) lebt und arbeitet in Amsterdam. Nach anfänglichem Studium der Englischen Sprache, Film- und Fernsehwissenschaften an der Universität in Amsterdam absolvierte sie ein Studium in Musiktechnologie an der Utrechter Hochschule (BA Musikproduktion und Performance, MA Komposition im Kontext). Neben zahlreichen Kompositionen für Dokumentarfilme und interdisziplinäre Kunstprojekte komponiert und arrangiert sie die Musik für Tanzproduktionen. Außerdem ist sie Sängerin in ihrer selbst gegründeten Band Daisy Bell und tourt aktuell erfolgreich mit der Multimediaproduktion "The obscure thoughts of Isabelle Green" der Komponistin Dyane Donck in den Niederlanden.

Doris Schopf (Dramaturgie, live Lichtdesign) lebt in Stuttgart. Von Haus aus Grafikerin gründete sie 1988 ihre Agentur "arteluci". Seit 1985 arbeitet sie in den Bereichen Konzeption, Organisation, Dramaturgie, Regie, Raum- und Lichtgestaltung mit verschiedenen Künstlern, Theatern und Organisationen zusammen (u. a. Theaterhaus und Staatstheater Stuttgart, Produktionszentrum für Tanz und Performance).
Ihre Arbeit führte sie aber auch weit über die Stuttgarter Grenzen hinaus bis nach Italien, Spanien, Frankreich, Großbritannien, Holland, Österreich, Tschechien, in die Schweiz, in die USA und nach Südamerika. Von 1993-96 studierte sie Drama/Theater/Medien sowie Theaterwissenschaften und Pädagogik in Giessen und Wien und ist seit 2003 Beleuchtungsmeisterin. Seit 2004 ist zudem sie als Dozentin für die LAG Theaterpädagogik BW und für die Hochschulen für Musik in Stuttgart und Trossingen tätig.
 
Produktionsassistenz: Birgit Gebhard, Gisella Trullois

solitaire ist eine Produktion von eva baumann tanz/produktionen
gefördert vom LAFT Baden-Württemberg aus Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg sowie den Stiftungen der Landesbank Baden-Württemberg.
In Kooperation mit dem Produktionszentrum Tanz + Performance Stuttgart