Die Zofen

Die drei Stars des Welttheaters Ismael Ivo, ausdrucksstarker Visionär aus Brasilien, Koffi Kôkô, animistischer Voodoo-Priester aus dem Benin und Ziya Azazi aus der Türkei geben dem Stück die transkulturelle Spannkraft, die den besonderen Reiz dieses Tanztheaters ausmacht.

Die Welt der Zofen ist ein Gefängnis. Alles um sie herum ist davon geprägt: Ihr Dachkämmerchen, ihre Hausmädchenrolle, ihre inzestuöse Beziehung. Die einzig erlaubten "Ausflüge" sind ihre heimlichen Possenspiele, dieses tägliche Verkleiden zwischen seidenen Mauern und den Luxusgegenständen ihrer großartigen, temperamentvollen und allgegenwärtigen Wächterin, der Madame.

"Die Zofen" wollen ihrem für sie unerträglichen Dasein entfliehen. Was anfangs noch Traum und Spiel war, wird bald zur grausamen Wirklichkeit. Die beiden Dienstmädchen planen den Mord an ihrer Herrschaft in einer Art Fieber, das, aus Liebe und Hass entfacht, zur Lust wird. Einer Lust am Verbrechen.

Genêts Idee vom rituellen Theater und seine Suche nach Spiritualität wird von dem Regisseur Yoshi Oida aufgenommen und weiterentwickelt. In Fortführung der orientalischer Tradition werden Frauenrollen von Männern gespielt, so begeben sich drei Tänzer( Ismael Ivo, Koffi Kôkô, und Ziya Azassi) in das Spiel des Lebens um Macht und Ohnmacht, Herrschaft und Erniedrigung, Liebe und Hass.