GERDA TARO: Die Kamera zieht in den Krieg
Robert Capas große Liebe und der Spanische Bürgerkrieg

Neue Recherche, Bilder, Lesung und Gespräch mit Irme Schaber und Joe
Bauer | Musikalische Begleitung Stefan Hiss

Die Exilforscherin und Taro-Biografin Irme Schaber, die die Fotografin vor Jahren wiederentdeckt hat, und Joe Bauer, Kolumnist der Stuttgarter Nachrichten, präsentieren aktuelle Erkenntnisse zu Leben und Werk von Gerda Taro. Unbekannte Film- und Fotodokumente und das neue Buch über Taro werden vorgestellt. Im Spanischen Bürgerkrieg schuf Gerda Taro zusammen mit Robert Capa und „Chim“ David Seymour die moderne Kriegsfotografie. Sie war die erste Frau, die direkt im Gefecht fotografierte. Diese Nähe setzte neue Maßstäbe für die fotografische Kriegsberichterstattung und kostete  erda Taro das Leben. Dennoch war sie neben ihrem Kollegen und Lebenspartner Robert Capa in Vergessenheit geraten. Inzwischen wurde Taro zur Romanfigur, Hollywood plant einen Spielfilm über das Liebespaar und in Stuttgart, wo die Fotografin 1910 als Gerta Pohorylle zur Welt kam und aufwuchs, wird zurzeit der Gerda-Taro-Platz neu gestaltet. 1933 war die junge Jüdin in Leipzig in verhaftet  w orden. Sie floh nach Paris, lernte den Fotografen André Friedmann kennen und begann zu fotografieren. Die Künstlernamen „Robert Capa“ und „Gerda Taro“ waren ihre Idee. Der Beginn des Spanischen Bürgerkriegs bedeutete für sie und ihren Lebensgefährten einen dramatischen Wendepunkt Für die Taro-Forschung ein Glücksfall war die Entdeckung eines verschollen geglaubten Pappkoffers mit  Filmrollen aus dem Spanischen Bürgerkrieg, der vor einigen Jahren im Nachlass eines Diplomaten in Mexiko City gefunden wurde. Der „Mexikanische Koffer“ enthielt mehr als 800 Fotografien von ihr. Darunter bekannte Einzelbilder, aber auch ganze Serien, von denen man angenommen hatte, dass sie von Robert Capa stammten. Der Koffer war etwa 1941/42 aus Frankreich geschmuggelt worden, um die Bilder vor dem Zugriff der Nazis zu retten. Irme Schaber präsentiert Bilder und die neuesten Ergebisse zu Kameras, Copyrights und falschen Mythen. Der Akkordeon-Virtuose Stefan Hiss singt Lieder aus dem Spanischen Bürgerkrieg. Joe Bauer beleuchtet die aufregenden 1920er Jahre in Stuttgart.

In Kooperation mit Pro Stuttgart und freundlicher Unterstützung vom Theaterhaus Stuttgart.