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Emanuel Gat Dance: LOVETRAIN2020

Do 30.06.22 bis Sa 02.07.22

Shout, shout, let it all out! Mit einer choreographierten Hymne auf den Sound der 1980er-Jahre holt uns Emanuel Gat direkt ins pulsierende Leben. Zu den Hitklassikern des New-Wave-Duos Tears for Fears brennt hier das Lebensgefühl der bunten Epoche, als junge Menschen noch an die Zukunft glauben durften – eine utopische Zeit mit epischem Groove, als die Popmusik intellektueller und der Sound synthetisch wurde. Der israelische Choreograph mit Sitz in Südfrankreich findet sehr freie Bewegungen zu diesen Songs, lässt seine Tänzer im Rhythmus treiben oder gegen ihn zaudern, schickt sie in reliefartige Posen, durch die immer wieder ein Geist wie aus alten Gemälden weht. Der Designer Thomas Bradley, selbst als Tänzer auf der Bühne, schuf dazu fantastische Kostüme zwischen Barock, Hippies und Großstadtglamour. Wir sehen Menschen zusammentreffen und auseinanderdriften, sie geben sich einander hin und suchen doch weiter, finden Freiheit und Energie in Sowing The Seeds Of Love.

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Komoco: IMA

Uraufführung & COLOURS Ko-Produktion

Fröhlich hüpfen und springen die alten Männer, sie sehen aus wie Bauern vom Land mit ihren Westen und Hosenträgern. Ungelenk ist ihr Tanz, rührend in seinem puppenhaften Übermut: Sofia Nappis Stück irritiert durch den Gegensatz zwischen den runzeligen (Masken-)Gesichtern und der erstaunlichen Akrobatik ihrer Träger. Die junge Choreographin akzeptiert die Vergänglichkeit der Körper, findet Schönheit in der Unbeständigkeit unserer äußeren Hüllen. In ihrem eigenwilligen Stil setzt sie virtuose Pointen gegen eine minimalistische, unterschwellige Dynamik und lässt sich in ihrem Hang zur Groteske sowohl aus der Gaga-Lässigkeit des israelischen Tanzes wie aus der rustikalen Knorrigkeit der Nordländer inspirieren. „Ima“ bezeichnet im Japanischen den Augenblick, im Hebräischen (woher sich die in Israel ausgebildete Italienerin viele ihrer Titel leiht) steht das Wort auch für Mutter, assoziiert Geburt und Erneuerung. In Auftrag gegeben wurde das Werk 2020 von Marie Chouinard als Tanzdirektorin der Biennale von Venedig, das COLOURS International Dance Festival zeigt die Uraufführung der abendfüllenden Version. Gleich mit ihren ersten Arbeiten gewann Sofia Nappi mehrere Auszeichnungen, zuletzt 2021 den ersten Preis beim Internationalen Wettbewerb für Choreographen in Hannover.

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Josef Nadj Compagnie: OMMA

Deutsche Erstaufführung

Acht Männer in Anzügen stehen in einer Reihe, erkunden tastend den Boden, ihre Atmung, ihre Stimmen. Ihre Fußsohlen beben, ihre Körper schwingen im Rhythmus, explodieren geradezu – auf einer leeren Bühne suchen sie in sich den Ursprung des Tanzes, die pure Essenz der Bewegung. Sie stammen aus Mali, Senegal, Burkina Faso, der Elfenbeinküste und den beiden kongolesischen Staaten, vom Hip-Hop über afrikanische Folklore bis zum zeitgenössischen Tanz bringen sie die unterschiedlichsten Stile und Kulturen mit. „Omma“ heißt im Altgriechischen nicht nur „Auge“, sondern bezeichnet auch das, worauf geblickt wird: Um in sein eigenes Inneres zu schauen, fasst der Choreograph Josef Nadj, mit seinen ungarisch-serbischen Wurzeln und Residenz in Frankreich ein Europäer durch und durch, diese fremde Kultur ins Auge. Omma ist eine Geschichte des Teilens und Übertragens, immer wieder geht das Individuum im überwältigenden Chor der Gemeinschaft auf und doch bewahrt jeder Tänzer seine eigene Sprache und seine Identität.

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La Veronal: Sonoma

Was Salvador Dalí für die Malerei und Luis Buñuel für den Film waren, das ist ihr Landsmann Marcos Morau für den Tanz: Seine Stücke zeigen surreale Bilder von fremdartiger Schönheit, symbolträchtige Welten aus Bewegung, Kunst, Architektur, Text und Musik. Sein neuestes Werk ist von den Prozessionen seines Heimatlandes Spanien inspiriert und versetzt sie in eine Art Filmstudio, wo ein fantastischer Mikrokosmos aus Buñuel und kirchlichen Riten, gesichtslosen Figuren und Seligsprechungen entsteht. Debussy und Wagner klingen leise herein, aus grotesken Greisinnen werden unschuldige Mädchen, die den Mond hereintragen, das tiefe Schwarz der Trauerzüge wandelt sich in das strahlend helle Licht leerer Leinwände. Frauen gleiten wie aufgezogene Puppen über die Bühne, ein rein weibliches Kollektiv strebt aus der Tradition in die Moderne, befreit sich mit lauten Trommelschlägen und Schreien aus den Fesseln des Konformismus. Das Wort Sonoma findet sich in keinem Wörterbuch, es setzt sich aus dem griechischen Wort Soma (Körper) und dem lateinischen Sonum (Klang) zusammen – La Veronal zeigt klingende, vor Energie vibrierende Körper.

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GN|MC: Set of Sets

Deutsche Erstaufführung

Dieser Tanz hebt das Zeitgefühl auf: Auf alle nur möglichen Arten kreisen die Tänzer um einander, sinken in Spiralen, drehen sich und ihre Partner in einem freien Fluss weicher, sanfter Bewegung. Guy Nader und Maria Campos setzen sich mit dem Konzept der Zeit auseinander, verzögern und beschleunigen sie durch ihre Choreografie und stellen unsere gewohnte Wahrnehmung in Frage. Die fast hypnotische Mischung aus zeitgenössischem Stil und einer ruhigen Akrobatik greift Assoziationen aus HipHop und Kampfkunst auf, sie wird zum Sinnbild für den repetitiven Charakter des Lebens und zeigt gleichzeitig, wie stark eine neue Dynamik die Bilder verändern kann. „Set of Sets“ fordert ständig die Schwerkraft heraus, wirft oder kippt die Tänzer in die Waagrechte, lässt sie an der Grenze des körperlichen Möglichen in der Luft schweben. Zur fesselnden, in den Sog hineinziehenden Live-Musik des Schlagwerkers Miguel Marín tanzen irgendwann selbst die Schatten an der Wand… Die Spanierin Maria Campos und der Libanese Guy Nader arbeiten mit ihrer Kompanie in Barcelona, 2017 wurden die beiden Choreografen für eine Uraufführung am Theater Mainz mit dem Deutschen Theaterpreis Der Faust ausgezeichnet.

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La Macana: Pink Unicorns

Der Handybildschirm seines Sohnes zeigt Einhörner in Pink. Als er selbst Teenager war, hielt der Tänzer Alexis Fernández den größtmöglichen Abstand zu allem, was rosarot war – wie soll er die Jugend von heute verstehen, die Generation Z und die Post-Millenials, die mitten in den Technologie-Boom geboren wurden und durch ihre Abhängigkeit von digitalen Geräten angeblich sozialgestört sind? Um es herauszufinden, holt der Kubaner seinen Filius auf die Bühne, der in Sachen Coolness, Charme und kubanischer Lebensfreude seinem Vater in nichts nachsteht und tanzt mit ihm ein Stück über die turbulente Zeit, in der Eltern plötzlich peinlich und Söhne größer als ihre Väter werden.

"Ich habe an einem kurzen Abend nicht mehr so gelacht, geweint, gekichert, geschluchzt und mich auf jegliche Weise emotional verausgabt, seit ich mein erstes Marihuana an der Uni ausprobierte." — Post Paris Fashion

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Andonis Foniadakis Dance Company: Salema Revisited

Ein junger Grieche will tanzen, zieht von seiner Insel in die Hauptstadt und von dort ins Herz Europas. Er lernt bei den Großen des zeitgenössischen Balletts und beginnt bald selbst zu choreografieren, entwickelt einen eigenwilligen, aufregenden Stil, einen atemlosen Hochgeschwindigkeitstanz. Jeden Sommer aber kehrt Andonis Foniadakis auf seine Heimatinsel Kreta zurück – und jetzt holt er die ersten Tänze, die er in seinem Leben gesehen hat, auf eine Reise in die Moderne, lässt seine moderne, schnelle Tanzsprache von ihrer Schönheit und den sprungkräftigen Rhythmen inspirieren. Vom Stolz des Pentozalis zum Beispiel, den die wehrhaften Kreter einst bei ihrer Revolution gegen die osmanischen Herrscher so wild tanzten, dass sie für Dämonen gehalten wurden. Vier Musiker und Komponist Paris Perisinakis begleiten die Tänzer live auf traditionellen Instrumenten. „Salema“ meint ein Erbeben und ein Schütteln des Körpers, symbolisch auch das Zittern des Geistes im Wahnsinn. Wo Tradition auf Moderne trifft und Erinnerung auf Abstraktion, da beginnt eine mystische Reise aus dem alten Kreta in die spannende Gegenwart der Hellenen.

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Nederlands Dans Theater | NDT1: Forsythe/Goecke/Sharon Eyal & Gai Behar

Deutsche Erstaufführung

Mit zwei brandneuen Stücken und einem Klassiker kehrt die Legende nach Stuttgart zurück. Vor zwei Jahren feierte das Nederlands Dans Theater sein 60-jähriges Bestehen, auch unter der neuen Direktorin Emily Molnar geht diese berühmteste aller modernen Ballettkompanien unbeirrbar weiter ihren Weg: Sie zeigt so viele Uraufführungen wie nur möglich, entdeckt Choreographen und macht viele von ihnen zu Klassikern. William Forsythe, den radikalsten unter den Balletterneuerern, ehrt das NDT in dieser Spielzeit mit einem dreiteiligen Abend. Zwanzig Metalltische rasen in One Flat Thing, reproduced donnernd aufs Publikum zu – inspiriert von treibenden Eisbergen lässt Forsythe die Tänzer gefährlich über die Kanten schwingen, setzt wilde und riskante Bewegung gegen die geometrisch-starre Ordnung. Unendlich traurige Geister treffen wir in Marco Goeckes neuestem Werk fürs NDT: In I love you, ghosts erinnern sie sich an vergangene Ballette, früheres Leid. Gabriela Carrizo lässt als Mitbegründerin des belgischen Tanztheater-Kollektivs Peeping Tom reale Räume ins Unheimliche zerfließen – Menschen verlieren alle Gewissheiten, die Wirklichkeit franst ins Absurde aus. Anfang Mai hat ihr drittes Stück fürs NDT Premiere und kommt dann direkt nach Stuttgart.

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Alexander Whitley Dance Company: ANTI-BODY

Deutsche Erstaufführung

Bits und Bytes flimmern im kalten Licht, dazwischen bewegen sich warme, wilde, expressive Körper: Der Brite Alexander Whitley, führender Technologie-Freak unter den Choreographen, tanzt durch digitale Welten und will wissen, was nach den Menschen kommt. Ist Leben ohne direktes Erleben möglich, können wir außerhalb unseres Körpers existieren? Kann man den Inhalt eines Gehirns auf einen Computerchip bannen? Die Pandemie hat die Digitalisierung unseres sozialen Zusammenlebens beschleunigt, Großkonzerne gründen virtuelle Welten und unsere körperliche Erfahrung wird dematerialisiert. Anti-Body untersucht, ob wir Menschen unsere Einzigartigkeit bewahren können oder irgendwann in einem Universum aus Algorithmen aufgehen. Motion-Capture-Punkte auf den Körpern der Tänzer*innen projizieren sie direkt in die virtuelle Welt, verfremden und überhöhen ihre Bewegungen – als Avatare zerstäuben die Menschen in einer Schönheit, die unheimlich ist…

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Anne Nguyen / Cie par Terre: À mon bel amour

Wir alle haben unterschiedliche Vorstellungen von Schönheit. Anne Nguyen öffnet unsere Augen weit für eine andere Wahrnehmung, für eine neue Ästhetik. À mon bel amour zeigt verschiedenste Tanzarten vom coolen Streetdance bis zum hochartifiziellen Ballett. In einem virtuosen Defilee buhlen vier Frauen und vier Männer regelrecht um unsere Bewunderung, steuern durch Lichtblitze unermüdlich auf uns zu und bringen in ihrem ganz persönlichen Tanzstil ihre Identität zum Ausdruck. Ob in zeitgenössischer Moderne, in den roboterartigen Moves von Popping und Locking, im wild-bizarren Krumping mit seinen Geschichten von Frust oder Gebet, im Waacking mit seinen rhythmisch fliegenden Armen oder im eleganten Voguing mit den Posen vom Laufsteg: Ich zeige der Welt, wer ich sein will, sagen uns die Tänzer. 

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Dada Masilo / Dance Factory: The Sacrifice

Berühmt geworden ist sie mit radikalen Neuinterpretationen von Schwanensee oder Carmen – jetzt ließ sich die Südafrikanerin von Le Sacre du printemps inspirieren, einem der skandalträchtigsten Ballette der Theatergeschichte. „Was opfern wir in unserem täglichen Leben?“, fragt sich Dada Masilo und spannt in ihrer eigenwilligen Version den Bogen von beschwörenden, lebensbejahenden Riten bis zur Opferbereitschaft einer Einzelnen, einem sanften und tieftraurigen Abschied. Auch in diesem Stück geht es um schwarze Identität, um Gewalt gegen Frauen und Gerechtigkeit, die Choreographin und ihre Tänzerinnen und Tänzer finden im traditionellen Tswana-Tanz aus Botswana kraftvolle, authentische Bewegungen. Die Musik erklingt live und changiert zwischen afrikanischer Percussion, Folkrhythmen und einer einsamen Klage. Auch bei diesem Thema eröffnet uns Dada Masilo mit ihrem Blick von jenseits des Äquators völlig neue Aspekte.

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Out Innerspace Dance Theatre: Bygones

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Flora Détraz: Muyte Maker

Vier Frauen sitzen an einer langen Tafel, ein ländlicher Kopfschmuck aus Früchten und Blumen ziert ihre Köpfe. In reinster, vierstimmiger Harmonie singen sie ein altes Lied vom Kuckuck, verschmitzt tanzen ihre Gesichter dazu. Ihre geflochtenen Haare aber sind an großen Äxten und Sicheln festgemacht, wie Marionetten hängen die vier an Seilen… In einer Serie erstaunlicher Assoziationen zeigt Flora Détraz groteske Metamorphosen der Weiblichkeit, so verspielt wie verstörend. Zwischen dem Schönklang der Stimmen und den zunehmend makaber werdenden Bildern entsteht eine kolossale Verunsicherung, ein ständiger Seiltanz zwischen Freude und Entsetzen, archaischer Symbolik und entfesselten Körpern. In ihren Werken erforscht die junge Choreografin, die selbst mit am Tisch sitzt, die Beziehung zwischen Stimme und Bewegung, hier ist die Freude ihr Thema: als existenzielle Äußerung, als resolute Widerstandskraft und als unendliches Reservoir, aus dem heraus der Mensch kreativ wird. „Muyte Maker” ist flämisch und bezeichnet Meuterer, aber auch einen Vogelkäfig; der doppeldeutige Titel evoziert sowohl Gefangenschaft wie Befreiung.

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Gauthier Dance//Dance Company Theaterhaus Stuttgart: Kamuyot

Tanz hautnah und für alle: Mit „Kamuyot“ präsentiert Gauthier Dance//Dance Company Theaterhaus Stuttgart ein Erfolgsstück des israelischen Starchoreographen Ohad Naharin, das Jung und Alt begeistert. Allein das Setting ist ungewöhnlich. Keine klassische Bühnensituation, vielmehr eine lockere Turnhallen-Atmosphäre. Der gesamte Raum wird zur Bühne, das Publikum ist mitten im Geschehen und sitzt rings um die Tanzfläche, von wo auch die 14 Gauthier-Dance-Tänzerinnen und -Tänzer in die Vollen gehen: Getanzt wird zu Musik von Klassik bis Asia-Pop – verrückt und virtuos, beherzt und voller Überschwang! Ein unwiderstehliches Tanzvergnügen.

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Botis Seva / Far from the Norm: BKLDOG

Sein Stück ist für die Menschen ohne Stimme, sagt Choreograph Botis Seva, „für alle, die in sich gefangen sind, selbst wenn ihr Herz ihnen sagt, dass es Liebe finden will.“ In dunklen Bildern erzählt er vom Erwachsenwerden, von Frust, Zorn und Depression; Humor und Momente größter Zartheit erinnern an eine sorglose Kindheit. Warum kommt Gewalt ins Leben, wenn man erwachsen wird, ist sie von klein an in uns angelegt? Können die harten jungen Männer das Kind in sich behalten, es in die raue Welt da draußen hinüberretten? In einer Mischung aus HipHop und freien Formen entbrennt ein wilder Kampf, gegeneinander und gegen sich selbst…

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