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Komoco: IMA

Uraufführung & COLOURS Ko-Produktion

Fröhlich hüpfen und springen die alten Männer, sie sehen aus wie Bauern vom Land mit ihren Westen und Hosenträgern. Ungelenk ist ihr Tanz, rührend in seinem puppenhaften Übermut: Sofia Nappis Stück irritiert durch den Gegensatz zwischen den runzeligen (Masken-)Gesichtern und der erstaunlichen Akrobatik ihrer Träger. Die junge Choreographin akzeptiert die Vergänglichkeit der Körper, findet Schönheit in der Unbeständigkeit unserer äußeren Hüllen. In ihrem eigenwilligen Stil setzt sie virtuose Pointen gegen eine minimalistische, unterschwellige Dynamik und lässt sich in ihrem Hang zur Groteske sowohl aus der Gaga-Lässigkeit des israelischen Tanzes wie aus der rustikalen Knorrigkeit der Nordländer inspirieren. „Ima“ bezeichnet im Japanischen den Augenblick, im Hebräischen (woher sich die in Israel ausgebildete Italienerin viele ihrer Titel leiht) steht das Wort auch für Mutter, assoziiert Geburt und Erneuerung. In Auftrag gegeben wurde das Werk 2020 von Marie Chouinard als Tanzdirektorin der Biennale von Venedig, das COLOURS International Dance Festival zeigt die Uraufführung der abendfüllenden Version. Gleich mit ihren ersten Arbeiten gewann Sofia Nappi mehrere Auszeichnungen, zuletzt 2021 den ersten Preis beim Internationalen Wettbewerb für Choreographen in Hannover.

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Alexander Whitley Dance Company: ANTI-BODY

Deutsche Erstaufführung

Bits und Bytes flimmern im kalten Licht, dazwischen bewegen sich warme, wilde, expressive Körper: Der Brite Alexander Whitley, führender Technologie-Freak unter den Choreographen, tanzt durch digitale Welten und will wissen, was nach den Menschen kommt. Ist Leben ohne direktes Erleben möglich, können wir außerhalb unseres Körpers existieren? Kann man den Inhalt eines Gehirns auf einen Computerchip bannen? Die Pandemie hat die Digitalisierung unseres sozialen Zusammenlebens beschleunigt, Großkonzerne gründen virtuelle Welten und unsere körperliche Erfahrung wird dematerialisiert. Anti-Body untersucht, ob wir Menschen unsere Einzigartigkeit bewahren können oder irgendwann in einem Universum aus Algorithmen aufgehen. Motion-Capture-Punkte auf den Körpern der Tänzer*innen projizieren sie direkt in die virtuelle Welt, verfremden und überhöhen ihre Bewegungen – als Avatare zerstäuben die Menschen in einer Schönheit, die unheimlich ist…

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