Das denkende Herz

Die Musik-Theater-Produktion "Das denkende Herz" bearbeitet in moderner Weise die Tagebücher Etty Hillesums, welche die junge Frau von 1941 bis 1943 bis zu ihrer Deportation nach Auschwitz verfasste. Darin zeigt sich in beeindruckender Weise die schonungslose Auseinandersetzung der Studentin mit Gewalt, Hass und Grausamkeit des Nationalsozialismus und ihr Weg zu einer bedingungslosen Solidarität mit allen Menschen. Ihre Vision einer uneingeschränkten Menschenliebe ist zeitlos.        

Die Musik-Theater-Produktion "Das denkende Herz" möchte den inneren Weg der niederländischen Studentin Etty Hillesum und ihre außergewöhnliche Entwicklung in der Nazizeit in starken theatralen Bildern darstellen. Dabei zeigt die Inszenierung keine historische Etty Hillesum, sondern setzt sich künstlerisch frei auf moderne und komplexe Weise mit der jungen Frau und ihrer "Andersartigkeit" auseinander. Musikalische Elemente spiegeln ihre diversen Seelenlandschaften wieder; auch der Bühnenraum, inspiriert von der Architektur Daniel Libeskinds und dem Jüdischen Museum in Ottawa, korrespondieren mit inneren Erfahrungen. Der Raum betont auch den musealen Ausstellungscharakter der theatralen Situation. Zwei Wärter, die die Figur Etty Hillesums ein- und vorführen, unterstreichen eine Distanz zur Historie. Sie sind die Wärter der Geschichte und der Erinnerung sowie die Wärter des Grauens.
Ausgehend von einer jungen heutigen Frau, die sich in der Welt bewegt und diese für sich entdeckt, wandelt sich die Figur Etty Hillesums zu einer radikalen "Botschafterin der Liebe". Erscheint die junge Frau anfangs in gewöhnlicher Aufmachung, bekommt sie dann im Laufe ihrer Geschichte und inneren Entwicklung ein stilisiertes Kostüm von großer und besonderer Schönheit.
Die Musik beginnt mit an die Spätromantik und den Impressionismus angelehnten Motiven und Harmonien und bewegt sich über eine zunehmende Atonalität immer mehr hin zu einer freien Harmonisierung zwischen extremen Dissonanzen und heilsamen Konsonanzen. Durch komponierte Improvisation mit Stimme und Instrumenten (Piano, Percussion, Psalter) entsteht eine bewusste Offenheit für die Einflüsse des jeweiligen Publikums.
Die genannte Wahl der künstlerischen Mittel deutet bereits auf die Zielgruppe hin: Auch wenn natürlich Zuschauer aller Alters- und Bildungsgruppen willkommen sind, wurde bei der Konzeption an ein jüngeres Publikum gedacht, dem die Geschichte mit Parallelen zu ähnlichen heutigen Strukturen oder gesellschaftspolitischen Haltungen neu vermittelt werden soll. Das Ziel ist die Auseinandersetzung mit der radikalen Botschaft der Liebe Etty Hillesums.   

Mitwirkende:

Lena Sutor- Wernich: Gesang, Schauspiel, Komposition
Marco Bindelli: Piano und Percussion, Komposition       
2 Statisten
Regie: Ingeborg Waldherr
Bühne: Silvio Motta
Libretto: Olivier Garofalo
Dramaturgie: Anna Setecki

Wir danken dem Bundesinnenministerium, dem Staatsministerium Stuttgart, dem Freien Jugendseminar Stuttgart und der Jugendstiftung Baden-Württemberg für ihre Unterstützung!

 

Weitere Informationen
Theater

 

Termine und Kartenbestellung
Sa 16.10.21 19:30  T3 
20,-/ erm.: 15,-/ U18: 9,50 Euro
Kartentelefon: (0711) 40 20 7-20 /-21 /-22 /-23
Montag bis Freitag von 10:00—18:00 Uhr; Samstag, Sonntag und an Feiertagen: Geschlossen
Informationen zu Reservierung und Preise

 

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