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Out of the Box 5

Wieder mal Zeit, die Seite zu wechseln: Das Junge-Choreographen-Format, das Eric Gauthier für seine Company entwickelte, hat einen Nerv getroffen – bei den Tänzern ebenso wie bei den Zuschauern. Die Möglichkeit, sich selbst auszuprobieren und eigene Arbeiten im vertrauten Theaterhaus-Umfeld und gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen auf die Bühne zu bringen, motiviert die Company wie kaum ein anderes künstlerisches Projekt! Denn wer selbst kreiert, profitiert durch die umgekehrte Perspektive gerade auch als Tänzer, wenn ein neues Stück entwickelt wird. Und nicht zuletzt eröffnet choreographische Erfahrung mehr Optionen für die Zeit nach der aktiven Tanzkarriere. An dem bewährten Konzept hat Gauthier nichts geändert. Trotzdem gibt es eine schöne Neuerung: Wegen des großen Publikumszuspruchs wird Out of the Box nun erstmals nicht mehr in der Halle T3, sondern der 400 Plätze umfassenden T2 gezeigt.

Zum kleinen 5. Jubiläum haben gleich acht Company-Mitglieder die Hand gehoben und bringen es gemeinsam auf die stolze Zahl von acht Uraufführungen. Die Bandbreite reicht von Maria Prat Balaschs Ensemblestück Endless Cycles für zehn Tänzer über den kosmischen Tanz des Lebens bis hin zu Gruppenstücken wie Alessio Marchinis Trio Exchange, das in der Fähigkeit, sich selbst anzunehmen, die Voraussetzung von Liebe entdeckt. Mit einer noch reduzierteren Besetzung arbeitet zum Beispiel Rosario Guerra. Sein Pas de deux Good Bye Prince zeigt, wie das Leben uns zwingt, zu neuen Ufern aufzubrechen, unser altes Selbst hinter uns zu lassen – und wie die Zeit uns nimmt, was wir lieben. Oder Gauthier Dance-Neuzugang Nora Brown in ihrem Solo Two in the Bush, das sich mit den Grenzen beschäftigt, die uns unsere Umgebung auferlegt. Doch auch stilistisch ist die Vielfalt bei Out of the Box Trumpf. Zur Musik von Antonín Dvořák entwirft Anna Süheyla Harms das berührende Quintett Clickety-Clack Down the Track über die Kostbarkeit menschlicher Begegnungen im Fluss der Zeit. Jonathan dos Santos, seit dieser Spielzeit bei Gauthier Dance, erkundet in A.M.O.R. die emotionale Achterbahn des Verliebtseins, unterlegt mit einem coolen Latin-Soundtrack aus seinem Heimatland Brasilien. Der Liebe spürt auch seine italienische Kollegin Alessandra La Bella in Not in Vain nach, inspiriert von den atmosphärischen Klängen des australischen Indie-Musikers Hayden Calnin. Was bedeutet es, von einem anderen Menschen im Innersten berührt zu werden – und wie lernen wir loszulassen? Grundsätzlich wird es auch bei David Rodríguez. In seinem Quartett Some People denkt er über soziale Urteile nach, die andere und wir selbst über unser Leben sprechen. Kann es gelingen, diesen Kreislauf zu durchbrechen?