FUROR

von Lutz Hübner und Sarah Nemitz

Eine Eskalation mit Ansage. Nachdem ihm ein junger Mann - Enno Seybold- im Drogenrausch vor das Auto gelaufen ist, bemüht sich Ministerialdirigent Volker Braubach, gleichzeitig OB-Kandidat, Vertrauen zur Mutter des Unfallopfers aufzubauen. Er sucht das Gespräch, signalisiert Entgegenkommen, investiert Zeit und Mühe, um eine Lösung für den Schwerverletzten zu finden. Doch obwohl das Treffen zwischen dem OB-Kandidaten und der Mutter von Enno anfänglich in geregelten Bahnen verläuft, eskaliert die Begegnung der verschiedenen Welten, als der wütende Neffe Danny das Büro seiner Tante betritt. Ist die Motivation des Politikers wirklich ehrlich, oder geht es ihm nur darum, in der Öffentlichkeit ein gutes Bild zu machen? Und steckt nicht doch mehr hinter seiner angeblichen Hilfsbereitschaft?

Das Misstrauen gegenüber Politikern sitzt tief. Genau zu dieser Problematik entfacht das Stück von Lutz Hübner und Sarah Nemitz eine schon lange ausstehende Debatte: Woher kommt der Verdacht gegen die Herrschenden? Was haben das Internet und die sozialen Netzwerke damit zu tun? Wie kann auf einer solch fragilen Grundlage überhaupt Demokratie funktionieren und was muss passieren, damit die Zivilgesellschaft nicht weiter auseinanderdriftet?

„Furor“ von Lutz Hübner und Sarah Nemitz kann als Stück der Stunde bezeichnet werden, weil es wichtige Fragen zur richtigen Zeit stellt.
Lutz Hübner zählt zu den meistgespielten Gegenwartsdramatikern auf deutschen Bühnen. Mit seinem Stück „Frau Müller muss weg“ fühlt er einem auf Leistung getrimmten Schulsystem auf den Zahn und begeistert seit 2012 auch das Publikum des Theaterhaus Stuttgart.

"Furor trifft ins Schwarze und vermittelt schmerzlich die aktuellen Entwicklungen einer auseinanderdriftenden Gesellschaft." Stuttgarter Zeitung

"Stephan Moos gibt den Politiker sehr realitätsnah und deshalb unglaublich griffig in seiner ganzen Ambivalenz, man erfährt letztendlich nicht, ob der Kandidat es ehrlich meint, zumal er letztlich sogar als Opfer des Miniatur-Naziterrors dasteht. Den zornigen Proll gibt Ufuk Cakmak ebenso vehement, er zeigt plastisch und subtil, wie gerade die zu kurz gekommen der Gesellschaft den Sprüchen der Rattenfänger folgen. Und schließlich die dritte Hauptdarstellerin, Katja Schmidt-Oehm. Sie ist einfach in Hochform, bietet eine Mutter an, zwischen Verzweiflung, Schmerz, Misstrauen und der vagen Aussicht, wenigstens etwas von ihren Sorgen in den Griff zu bekommen. Von schmerzgebeutelt bis entschlossen reicht ihr Repertoire, sie weint, verhandelt, spricht über die Probleme und wird so zur starken Figur, um die es eigentlich gehen sollte und gegen deren Schmerz die Kämpfe der beiden Männer geradezu lächerlich erscheinen. Werner Schretzmeier hat dieses Stück einmal mehr schnörkellos und gradlinig inszeniert." Ludwigsburger Kreiszeitung

Regie: Werner Schretzmeier | Bühnenbild und Kostüme: Gudrun Schretzmeier | Dramaturgie: Thomas Richhardt | Regieassistenz: Brigitte Luik | Regiehospitanz Steffi Vika | Stunt Training Anette Bauer | Lichtdesign: Martin Hartnagel | Bühnenbildassistenz: David Fitzgerald | Kostümassistenz: Christine Lange | Requisite: Beate Mergel | Bühnenbildbau: Marc Dobmaier, Vitaly Schmuck | Kostümanfertigung: Christine Lange (Ltg. Kostüme Schauspiel), Anne Sorvat, Saibou Amadou | Technik: Martin Hartnagel, Gunnar Hälsig, Jens Fischinger, Raphael Recordon, Julia Kramer
Es spielen: Katja Schmidt-Oehm, Ufuk Cakmak, Stephan Moos, Larissa Ivleva, Esra Ugurlu
Aufführungsrechte: Hartmann & Stauffacher, Verlag für Bühne, Film, Funk und Fernsehen

 

Weitere Informationen
Theaterhaus Schauspiel

 

Termine und Kartenbestellung
Sa 01.06.19 20:15  T3 
So 02.06.19 19:45  T3 
Fr 19.07.19 20:00  T3 
VVK: 18,-/ erm.: 14,-/ U-18: 9,50
Kartentelefon: (0711) 40 20 7-20 /-21 /-22 /-23
täglich von 10:00 – 21:30 Uhr
Informationen zu Reservierung und Preise

 

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