Das triadische Projekt
Vom Ursprung des Tanzes der Figuren zum Ballett der abstrakten Form
Vortrag mit Buchvorstellung von Norbert Stück über die Kostüme von Oskar
Schlemmer 1922 und Gerhard Bohner 1977 bis 2022

Wie kommt es, dass ein experimenteller Figurentanz, der in den Zwanziger Jahren des vergangenen
Jahrhunderts nur wenige Male von einer Tänzerin und zwei Tänzern aufgeführt wurde, nach einhundert Jahren weltbekannt ist und dessen Raumplastiken als Ikonen der Tanzkunst erinnert werden?

Wenn Futur nicht alt wird und ein Kostümballett jung bleibt, handelt es sich um das Triadische Ballett von Oskar Schlemmer, dessen Uraufführung 1922 im Landestheater Stuttgart lief. Damals haben nur wenige Menschen alle 18 Kostüme in originaler Fassung erlebt, es gab auch Streit und Trennung, Pannen und Pleiten. Schließlich hatten nur 9 Figuren den Zweiten Weltkrieg in New York überlebt. Endlich zurückgekehrt wurden sie im Museum stillgelegt, was aus ihnen auratische Hüllen machte, die in flacher Dimension gedruckt erschienen. Der Bauhausmeister Oskar Schlemmer betonte 1924 aber modern, „daß für Bewegung Geschaffenes, im Licht der Bühne durch Material und Farbe Wirksames“ wirklich nur live erlebbar sei.

1977 brachte Gerhard Bohner (1936-1992) sämtliche Kostüme originalgetreu rekonstruiert auf die Bühne und formte die triadischen Fragmente wieder zu Ballett. Seine bis heute vom Bayerischen Junior Ballett München getanzte Neufassung führte in über 150 weltweit gegebenen Vorstellungen zur Erfolgsgeschichte des Tanzes der geometrischen Form.

Der Künstler und Szenograph Norbert Stück ist Zeitzeuge dieser sensationellen Produktion. Er stellt die Figuren des Triadischen Balletts vor berichtet über die Idee, die Gestalt und ihre immer wieder neue Performance. Sein reich bebilderter Werkkatalog reiht die Vielzahl der archivarischen Fußabdrücke zur triadischen Kostümgeschichte.

„Das Triadische Projekt. Die Figuren“ erscheint anlässlich des Jubiläums 100 zu den Vorstellungen im Theaterhaus Stuttgart und enthält sämtliche Gestalten in ihren Bewegungen. In einer Rückschau auf einhundert Jahre leitet der Vortrag zur Buchvorstellung vom ursprünglichen Auftritt her in die Gegenwart der getanzten Skulptur.

Die Dokumentation „Die Abstrakten. Schlemmer und Bohner. Das Triadische Ballett“ von Norbert Stück wurde 2019 von der Akademie der Künste in Berlin herausgegeben und befand sich von der Stiftung Buchkunst auf die ‚shortlist‘ der schönsten deutschen Bücher gesetzt.

Weitere Informationen
Lesung

 

Termine und Kartenbestellung
Mo 03.10.22 13:30  T4 
VVK: 7,- Euro
Ticketinhaber der 15:00 Uhr Vorstellung: 3,- Euro
Kartentelefon: (0711) 40 20 7-20 /-21 /-22 /-23
Montag bis Freitag von 10:00–21:00 Uhr; Samstag, Sonntag und an Feiertagen: 13:00–21:00 Uhr
Informationen zu Reservierung und Preise

 

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