SPOKEN ARTS FESTIVAL | SPOKEN ARTS – DIE LANGE NACHT
Mit Stuttgarts Comedian Harmonists, Adrienne Haan, Malonda, Moka Efti Orchestra, Lia Şahin, Sprechensemble der Akademie für gesprochenes Wort

Die 1920er-Jahre sind bekannt für ihre wilden Party-Nächte, für Rausch, Extase, Leichtigkeit. Auch wir wollen eine Nacht lang mit Ihnen feiern! Mit Musik von damals und heute, überraschend und energetisch. Einen Abend lang öffnet das Theaterhaus alle drei Säle gleichzeitig. Das Moka Efti Orchestra, mittlerweile eine lebende Legende aus der Erfolgsserie „Babylon Berlin“, die Sängerin, Songwriterin und Elektrik Diva Malonda, die seit Jahrzehnten begeisternden Comedian Harmonists, und die stimmgewaltige Adrienne Haan – sie alle werden uns ein musikalisch vielfältiges Programm bieten. Und wer Variéte, Literatur, Tanz und Zauberkunst erleben will, der kommt beim Literaterischen Salon mit dem Sprechensemble auf seine Kosten. Für einen unvergesslichen Abend sorgt die Stimme, die zu einer ganzen Band wird: der HipHopperin und Beat-Boxerin Lia Şahin. Lassen Sie sich von dem Festival-Highlight der „Langen Nacht" und ihren Künstler*innen überraschen!


20:00 Uhr, T1
Moka Efti Orchestra

Seit „Babylon Berlin“ kann sich das Moka Efti Orchestra, die Original-Bigband der Kult-Serie, vor Auftrittsanfragen kaum retten. Gemeinsam mit Sängerin Severija bringt das 14-köpfige Ensemble nicht nur das Lebensgefühl der ‚Goldenen Zwanziger‘ zum Klingen – es lässt akustisch auch einen prominenten Serienschauplatz, das legendäre „Moka Efti“ wieder auferstehen, dass im Berlin der Weimarer Republik ein Doppelleben führte: Tagsüber Café, verwandelte es sich nachts zum beliebtesten Tanzhaus der Metropole. Let’s swing! Dies gilt natürlich auch für das Publikum im Theaterhaus Stuttgart.


20:30 Uhr, T3
Adrienne Haan: „Zwischen Feuer & Eis – diabolisches Weimar-Berlin-Kabarett“
Am Flügel: Benjamin Schaefer

Am 9. November 1918 ruft der Sozialdemokrat Philipp Scheidemann den Zusammenbruch des Deutschen Kaiserreichs aus und proklamiert die Deutsche Republik. Am 11. August 1919 wird die Weimarer Verfassung unterschrieben. Es ist eine Zeit der Veränderung und Herausforderung. Der erste Weltkrieg ist verloren, der Kaiser im Exil. Und Deutschland experimentiert mit einer neuen Regierung: Die Weimarer Republik wird geboren und mit ihr eine Nation, die sich nach Freiheit sehnt. Die ‚Chanteuse Internationale‘ Adrienne Haan durchstreift mit ihrer virtuosen Stimme und großen Schauspielkunst das Kabarett-Repertoire jener Zeit. Berlin, das war die wilde, verruchte Metropole der kurzlebigen Republik zwischen den beiden Weltkriegen, deren Anziehungskraft bis heute einzigartig ist. Dietrich, Hollaender, Tucholsky, Weill, Brecht und Eisler, alle flammen sie wieder auf, wenn Adrienne Haan, begleitet vom Jazz-Virtuosen Benjamin Schaefer, singend durch Berliner Nächte streift. Die hinreißenden Lieder, Couplets und Chansons sind das lebhafte Zeugnis dieser Zeit, sie fangen alles ein: die Leidenschaft und die Melancholie, die Sucht nach Leben und Lust, das Spiel mit Geschlechterrollen – bis der Aufstieg der Nationalsozialisten im Jahr 1933 den Vorhang des ‚Goldenen Zeitalters‘ für immer schliesst.


21:00 Uhr, T4
„Salon der Künste. Zauber.Tanz.Text“. Mit dem Sprechensemble der Akademie für gesprochenes Wort, TOZ TOM, Gedankenspieler, Petra Stransky, Tanz
Regie: Angelika Luz

Im Ausdruckstanz der 1920er-Jahre mit seiner Initiatorin Mary Wigman entwickelte sich die
Idee von der Freiheit des Individuums mit der ihm eigenen und unverwechselbaren Körpersprache gegen das System vereinheitlichter Bewegungsabläufe. Das Zusammenspiel von Körper, Seele und Geist im lebendigen Kontakt mit der Natur stand für die Freiheit des Menschen jenseits gesellschaftlicher Zwänge. In der Faszination neuer Bilder, im Rausch der Drogen und in der Illusion der Zauberkunst experimentierten die Menschen mit dem Überschreiten ihrer Realität und erlebten die Lust am Spiel mit Täuschung, Entlarvung und Manipulation. Der „Salon der Künste“ schlägt im Dialog der Disziplinen von Literatur, Tanz und Zauberkunst den Bogen zu unserer Gegenwart. Die Allmachtsfantasien sind da. Wird der Mensch unsterblich werden? Transhumanistische Ideen verwirklichen sich. In welche Richtung bewegen wir uns? Freiheit oder Manipulation? In Verbindung mit dem befreiten Tanz der Künstlerin und den Staunen machenden Künsten des Zauberers entsteht im literarischen Durchleuchten und Erfahren unserer Existenz ein Kaleidoskop, das uns aus der Zeit der 1920er-Jahre bis in die Gegenwart führt.


22:00 Uhr, T3
Stuttgarts Comedian Harmonists – Konzert
Mit Tobias Hagge, Michael Rapke, Tobias Rusnak, Loïc Damien Schlentz, Marc Trojan
Am Piano, musikalische Leitung und Moderation: Florian Fries
Choreografie: Mario Mariano

Sie sind wieder da! Im Winter 2019/ 20 riss die Inszenierung „Die Comedian Harmonists“ das Publikum im Alten Schauspielhaus zu Begeisterungsstürmen hin, 2021/ 22 folgte ebenso erfolgreich das inszenierte Konzert „Halleluja!" Nun geben die fünf Sänger rund um den Pianisten Florian Fries eine Zugabe! In zwei exklusiven Konzerten – einem in der Komödie im Marquardt und einem im Theaterhaus zur „Langen Nacht“ – präsentieren sie „Musik pur“. Im Gepäck haben sie die beliebtesten Lieder der Comedian Harmonists: von „Ein Freund, ein guter Freund“ über „Wochenend und Sonnenschein“ bis zu „Veronika, der Lenz ist da“. Dazwischen zeichnet Florian Fries in seinen Moderationen die Geschichte der originalen Comedian Harmonists, des berühmtesten Gesangsensembles der 1920er-Jahre, nach. Beste Unterhaltung und musikalischer Hochgenuss sind garantiert!


22:00 Uhr, T1
Malonda

Sie ist eine der vielseitigsten und haltungsstärksten Künstler*innen der aktuellen Musikszene: die Sängerin, Songwriterin und ‚Elektrik-Diva‘ Malonda. Auf Theaterbühnen brilliert sie und brennt neben der Musik für antirassistische und queer-feministische Themen. Indem sie über Geschlechterrollen, Sex und Diversität singt und spricht, machte sie sich als politische Künstlerin einen Namen. Mit der Anmut einer Hildegard Knef und der Wucht einer Grace Jones zelebriert Malonda auf der Bühne die Weiblichkeit – und man kann weder wegschauen noch -hören.


22:30 Uhr, Glashaus
Lia Şahin

Um eine Künstlerin wie Lia Şahin vorstellen zu können, benötigt es mehr als nur eine Berufsbezeichnung: Beatboxerin, Rapperin, Produzentin – oder wie sie es gerne selbst auf den Punkt bringt: HipHopperin. Auf die Frage, wer Lia Şahin ist, antwortet sie mit der gleichen Ansage, mit der sie auch ihre Bühne stürmt: „die übliche beatboxende rothaarige deutsche Transgender-Frau mit türkischem Migrationshintergrund, die es bevorzugt, ein bunter Fleck im HipHop genannt zu werden“. Die Fragezeichen in den Gesichtern ihrer Crowd verschwinden und wandeln sich im gleichen Moment in ein großes Staunen, wenn Lia Şahin mit Superlunge und stark trainiertem Bizeps an Mund und Stimmbändern loslegt. Sie produziert, sie singt, sie rappt, sie beatboxt und macht sich gerne über unsere Gesellschaft lustig und das mit Herz. – Lia Şahin ist eine ganze Band und Soundstudio zugleich.

 

Weitere Informationen
Festival für Sprache, Musik und Tanz

Veranstalter: Akademie für gesprochenes Wort

 

 

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