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                      Portraifoto Derya Türkmen

                      Derya Türkmen: Meine Meinung

                      Portraifoto Derya Türkmen

                      Meine Meinung (Die monatliche Kolumne)

                      Ein Kommentar von Derya Türkmen

                       

                      Seit ich denken kann, war sie einfach da: die SPD. Nicht als politische Option unter vielen, sondern als Selbstverständlichkeit.

                      Für meine Großeltern, die als Gastarbeiter nach Deutschland kamen. Für meine Eltern, die sich hier etwas aufgebaut haben – einen eigenen Laden. Und für meinen Vater, der trotzdem noch nebenbei in einer Flaschenfabrik arbeitet. Für sie war immer klar: Die SPD, das ist unsere Partei. Das war keine Ideologie. Es war Vertrauen.

                      Die SPD stand für Arbeit, die sich lohnt, für Sicherheit, für Respekt, für das Gefühl, gesehen zu werden – auch ohne Studium, auch mit harter, körperlicher Arbeit. Ich selbst hatte diese Bindung nie. Ich habe sie einmal gewählt, mit 18, vielleicht einfach, weil sie immer da war. Trotzdem lässt mich nicht los, was gerade mit dieser Partei passiert.

                      Denn es wirkt nicht wie ein normaler politischer Wandel, sondern wie ein leises Verschwinden. Die SPD verliert nicht nur Wähler, sondern ihre eigene Kontur. Manchmal wirkt sie wie ein Schatten der CDU – vorsichtig, staatstragend, aber ohne den klaren Gegenentwurf, der sie einmal ausgemacht hat.

                      Und ausgerechnet jetzt passiert etwas, das früher undenkbar gewesen wäre: Die AfD wird für manche zur Arbeiterpartei. Das ist nicht nur falsch, es ist absurd.

                      Eine Partei, die Migration problematisiert und mit Ausgrenzung arbeitet, wird von Menschen gewählt, deren eigene Geschichte Migration ist, von Menschen, die dieses Land mit aufgebaut haben. Meine Großeltern hätten in der Welt, die die AfD beschreibt, keinen Platz gehabt.

                      Und doch liegt darin die eigentliche Verschiebung: Viele von denen, die sich von der SPD abwenden, gehen nicht zur AfD – sie gehen einfach weg. Sie wissen genau, dass diese Partei sie nicht meint, aber sie fühlen sich auch von der SPD nicht mehr gemeint.

                      Das ist die Leerstelle. Wenn Menschen, die sich einmal sicher waren, wo sie politisch hingehören, plötzlich keine Adresse mehr haben, entsteht ein Raum – und dieser Raum bleibt nicht leer.

                      Die SPD wirkt dabei erstaunlich leise, als würde sie zusehen, wie sich etwas verschiebt, ohne klar zu sagen, wofür sie steht – und für wen. Wenn Menschen wie meine Familie irgendwann nicht mehr sagen: „Die SPD, das ist unsere Partei“, dann geht mehr verloren als nur Stimmen, dann verschwindet ein Stück Verbindung, das diese Demokratie lange getragen hat.

                      Die SPD müsste wieder dort anfangen, wo mein Vater arbeitet. In der Flaschenfabrik. Und hinter dem Tresen im Laden meiner Eltern. Nicht als Termin im Kalender, sondern als Maßstab. Eine Partei wie die SPD müsste dafür sorgen, dass man sich auf sein Leben verlassen kann. 

                       

                      Dass Wohnen kein ständiger Druck ist. Dass Rente nicht Angst bedeutet. 

                      Dass Kinder – egal, woher ihre Eltern kommen – nicht ständig aufholen müssen, sondern einfach die gleichen Chancen haben. Es geht nicht um Programme. Es geht darum, ob Menschen das Gefühl haben, dass jemand an sie denkt. Kein großer Neustart. Keine neuen Schlagworte. Sondern eine einfache Frage: Für wen seid ihr eigentlich da?

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