Horst Emrich: Der Kuss der Spinnenfrau von Manuel Puig

Aus dem Spanischen von Anneliese Botond / Regie: Jutta Schubert / Schauspiel: Horst Emrich

Die Geschichte zweier Häftlinge, die sich im Gefängnis – trotz allen gesellschaftlichen Schranken – näherkommen: Der schwule Molina pflegt den politischen inhaftierten, gefolterten Arregui. Dieser begreift, daß Molina in liebt, und er reagiert auf diese Liebe.

Manuel Puigs Roman war in Argentinien verboten und trieb den Autor ins lebenslange Exil. Die Themen des Stückes sind leider bis heute brennend aktuell: Terror und Willkür in gerade jetzt wieder erstarkenden diktatorischen Regimen, Ausgrenzung und Gewalt und eine konkrete Darstellung homosexueller Liebe. Der Kuss der Spinnenfrau lehrt, dass nur die Bereitschaft zu Respekt und Toleranz diese Welt menschlicher macht und dass es vor allem heldenhaft ist, nicht eine abstrakte Idee sondern tatsächliche Mitmenschlichkeit zu leben und darin seine Würde zu finden. Wir spielen diese Geschichte als Solostück für einen Schauspieler. Horst Emrich zieht die Register seiner Schauspielkunst mit tragischen und komödiantischen Elementen und Versatzstücken aus dem Objekttheater.

„Musikalisch umrahmt von Georg Danzers ‚Die Freiheit ist ein wundersames Tier´ und Westernhagens Freiheits-Hymne wird auf der Bühne nach und nach eine persönliche und politische Tragödie aufgedeckt, die auch komische Momente hat. Horst Emrich führt mit wunderbarem Spiel beides zusammen. Er gibt nicht nur den wegen Verführung Minderjähriger verurteilten Homosexuellen Molina, sondern auch den politischen Gefangenen Valentin. […] Anfangs unterscheiden sich die beiden noch durch Wechseln des Hemdes und der Frisur, später genügen allein Emrichs wandelbare Körpersprache und ein veränderter Sprachstil, um die unterschiedlichen Charaktere glaubhaft darzustellen. Auf der fast kahlen Bühne dienen zudem drei klug eingesetzte Schaufensterpuppen als Ansprech-und Spielpartner, die großen Anteil daran haben, dass die 110 Minuten mit Emrich wie im Flug vergehen.“ - Mannheimer Morgen

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