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Peenemünde Compassion - Butoh-Tanz-Performance
Die Vorstellung wurde vom 23.5.2020 auf den 15.02.2021 und ernuet auf den 12.09.21 verlegt! Die Karten behalten ihre Gültigkeit.

Auf der Basis unseres ersten Stückes „Peenemünde Compassion - Vernichtender Fortschritt“ haben wir unser neues Stück “Peenemünde Compassion - Hoffnung“ entwickelt. Während wir in unserem ersten Stück die verheerenden Folgen des Missbrauchs von Kreativität und Forschergeist in den Mittelpunkt gerückt haben, suchen wir, die deutsche Künstlerin Sibylle Duhm-Arnaudov, die japanische Sängerin Yasuko Kozaki, der israelische Komponist und Pianist Noam Sivan und der japanische Buoth - Tänzer Seiji Tanaka zusammen einen Ausweg aus dieser Ambivalenz von Forscherdrang und dessen Missbrauch durch Machtinteressen und Gier.
Impulsgeber für unser erstes Stück war die ehemalige Heeresversuchsanstalt Peenemünde, in der im Zweiten Weltkrieg unter der Leitung von Wernher von Braun die Trägerraketen „V1“ und „V2“ entwickelt und mit Hilfe von Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern hergestellt wurden. Die Technologie entstand ursprünglich aus dem Wunsch, Raketenantriebe zu entwickeln, um in weitere Dimensionen der Luftfahrt vorzudringen. Sie wurde dann jedoch von den Nationalsozialisten zur Entwicklung von  Massenvernichtungswaffen furchtbar missbraucht. Später, am Kriegsende nach USA geflüchtet und dadurch der Verurteilung für seine Tätigkeit entgangen, legte Wernher von Braun damit aber auch den Grundstein für die Mondlandung.

Die Corona-Pandemie zeigt uns, dass wir zusammen in einer Welt leben und global aufeinander angewiesen sind. Die unterschiedlichsten Kulturen werden immer mehr lernen müssen, sich gegenseitig zu achten, zu respektieren und voneinander zu lernen, um zu überleben. Deshalb gehen wir der Frage nach, wie der Drang zu Gewalt und  massenhafter Vernichtung entsteht und was uns Menschen retten kann.

Während  wir in unserem ersten Stück hauptsächlich aus deutscher und japanischer Sicht gearbeitet haben, hat sich unser Blickwinkel nun erweitert. Wir vereinen jetzt nicht nur die Sichtweisen verschiedener Kulturen, sondern auch die verschiedener Religionen wie Christentum, Buddhismus/Shintoismus und Judentum, auf die Frage nach der Menschlichkeit im Menschen.

Das Team:
Noam Sivan  -  Komponist, Pianist und Improvisator. Sein Konzept der klassischen Improvisation erlaubt es uns, eine integrale Verbindung zwischen Text, Tanz und Musik herzustellen, so dass die verschiedenen Kunstformen organisch miteinander interagieren. Ebenso sind festgeschriebene Kompositionen von ihm Bestandteil des Musikprogramms.
Yasuko Kozaki – Sängerin. Mit Ihrer Stimme verbindet sie klassischen Gesang und Improvisation, in der sie die Grenzen des Gesangs überschreitet und die ganze Bandbreite der menschlichen Stimme nutzt. Zusammen mit Sibylle Duhm-Arnaudov hat sie das Stück konzipiert und zusammen mit Noam Sivan in die musikalische Form gegossen.
Seiji Tanaka – Butoh-Tänzer. Mit den Mitteln des Butoh-Tanzes setzt er die musikalische Form in körperliche Bewegung um und macht so Inhalte und emotionale Strömungen auch visuell und physisch erfahrbar.
Günther Raupp – Fotograf, Filmemacher und Designer bringt mit seiner Kamera die Atmosphäre von Peenemünde auf die Bühne.
Sibylle Duhm-Arnaudov - bildende Künstlerin. Sie schafft konzeptionell und literarisch  den inhaltlichen Rahmen und die Grundstruktur des Stücks. Mit Bühnenbild und Gesamtregie verflicht sie die verschiedenen künstlerischen Formen zu einem Gesamtkunstwerk, das auf der Bühne so auch seine visuelle Gestalt entfalten kann.

- Improvisation für Stimme
Der Einsatz der Stimme erfolgt auf vielfältige Weise - nicht nur als Gesang, sondern auch vokalisierend, schreiend, lachend, und vieles mehr
Diese Form der Improvisation hat nichts Zufälliges. Sie schafft aber im Rahmen intensiver Beschäftigung mit den musikalischen Möglichkeiten klar umgrenzten Freiraum für die spontane Gestaltung. Sie ermöglicht  größere Unmittelbarkeit im Dialog mit dem Tänzer.

-  Butoh-Tanz  basiert ebenfalls auf der unmittelbaren körperlichen Umsetzung von Meditation, geistiger und seelischer Wahrnehmung im Moment. So können musikalische Elemente zeitgleich im Tanz verkörperlicht werden. Das ermöglicht es den Zuschauern, die Inhalte nicht  nur mitzudenken, sondern direkt zu erleben.
Butoh wird von seinen Begründern ausdrücklich als eine Reaktion auf die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki verstanden. Die seit 1959 von Kazuo Ohno und anderen entwickelte Variante des modernen Ausdruckstanzes ist wie kaum eine andere künstlerische Ausdrucksform geeignet, das Gute und die Abgründe  menschlichen Lebens und Handelns zu erleben und bis zu ihren archetypischen Wurzeln zurückzuverfolgen.

 

Weitere Informationen
Tanz / Performance

 

Termine und Kartenbestellung
So 12.09.21 20:15  T2 
VVK: 25,- Euro
Kartentelefon: (0711) 40 20 7-20 /-21 /-22 /-23
Montag bis Freitag von 10:00—18:00 Uhr; Samstag, Sonntag und an Feiertagen: Geschlossen
Informationen zu Reservierung und Preise

 

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