"Du darfst nicht die Sonne besingen"…?
Von der Kraft der Kunst in finsteren Zeiten
Lied- und Videoperformance

Die Lied-Video-Performance besteht aus fünf ineinander gehenden Bildern: 

Zensur - Verfolgung - Exil - Vernichtung - Neues Leben

 

„Du darfst nicht die Sonne besingen“…? Mit in die Form einer Fabel gegossener Kritik entrann Reiner Kunze in diesem Gedicht der Zensur in der DDR. Er drehte sogar den Spieß um. Der tschechische Komponist Karel Reiner macht das in seiner Vertonung hörbar.

 

Alle Dichter und Komponisten in dieser Performance haben der Verletzung ihrer Menschenrechte ihre Kreativität und ihren Schöpfergeist entgegengesetzt. Die ausgewählten Stücke sind im Exil, unter Zensur, unter Verfolgung, zum Teil im Konzentrationslager Theresienstadt und auf dem Hohenasperg und dann in der Zeit des „Danach“ z.B. auch in USA entstanden.

 

Den Bühnenhintergrund bildet eine filmische Collage, die mit den Liedern verwoben, in teils verfremdeter Form und teilweise dokumentarisch die „finsteren Zeiten“ der Entstehung der Stücke von Metternich bis hin in unsere beunruhigende Gegenwart sichtbar und erlebbar macht.

 

Die Lieder in dem neuen Stück sind zum Teil sehr schön und manche auch fast lustig. In der größten Not entstehen teilweise unglaublich schöne und auch fast friedvolle Werke. Wie z.B. im Konzentrationslager Theresienstadt Ullmanns Vertonung von Hölderlins Abendphantasie.

Andere Werke, wie z.B. die Schubert-Lieder sind traurig, aber auch wohltuend wütend.

Der Dichter, Komponist und Journalist Christian Friedrich Daniel Schubart, ein heftiger und scharfzüngiger Kritiker Herzog Carl Eugens, hatte weniger Glück als Schiller. Er wurde in eine Falle gelockt, gefangen genommen und saß zehn Jahre unter anfänglicher Isolationshaft auf dem Hohenasperg in einer Zelle. Er machte seinem Zorn und seiner Trauer in Gedichten Luft. Er hat diese auch selbst vertont und sie werden u.a. an diesem Abend zu hören sein.

 

Deutsch-japanische Künstlergemeinschaft

Yasuko Kozaki: Gesang
Cornelis Witthoefft: Klavier
Sibylle Duhm-Arnaudov: Bild